(function() { var ga = document.createElement('script'); ga.type = 'text/javascript'; ga.async = true; ga.src = ('https:' == document.location.protocol ? 'https://ssl' : 'http://www') + '.google-analytics.com/ga.js'; var s = document.getElementsByTagName('script')[0]; s.parentNode.insertBefore(ga, s); })();
Fluchtursachen_2_Hoch_3

Wirtschaftsinteressen dürfen nicht länger die alleinige Maxime der europäischen Politik in Afrika sein!

Im Teil 2 haben wir auf die Folgen der Abwanderer für deren Heimatländer hingewiesen. Neben vor allem jungen Männern ohne berufliche Perspektive verlassen aber auch Personen ihre Herkunftsländer, in deren Ausbildung diese Länder viel Geld investiert haben. Neben dem enormen finanziellen Schaden die die Abwanderung in den Herkunftsländern erzeugt, fehlen die ausgebildeten Personen dringend in der eigenen Entwicklung des Landes. Dies führt zur Vergrößerung der Perspektivlosigkeit für die Menschen, die eine geringere oder gar keine Ausbildung bekommen haben. Damit erweitern sich die Fluchtursachen.

Afrikanische Gewaltherrscher und Diktatoren, die ihrem eigenen Volk keine Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben lassen, sind heute die „Hauptexporteure“ von Migranten. Das Verheerende dabei ist, dass ein Großteil dieser Regime auch noch von europäischen Steuergeldern alimentiert wird.

Derzeit, so das UN-Flüchtlingshilfswerk, leben weltweit 59,5 Millionen Menschen außerhalb ihres Heimatlandes. 35 Millionen davon kommen aus Afrika. Was die afrikanischen Flüchtlinge betrifft, werden wir bald nicht mehr von Migration sprechen, sondern ehrlicherweise von Völkerwanderung, mit allen unangenehmen Entwicklungen als Folge für die Zielländer.

Afrika hat aktuell eine Bevölkerung von rund einer Milliarde Menschen. 85 Prozent davon sind jünger als 25 Jahre. Eine Verdoppelung der Bevölkerungszahl wird für die nächsten Jahrzehnte prognostiziert.

Die Frage, wie man damit umgeht, ist sicherlich die größte Herausforderung Europas im 21. Jahrhundert. Die Rezepte der Gutmenschen, allen die Türe weit zu öffnen, bedeutet kurzfristig das Ende des Sozialstaates und des inneren Friedens und letzten Endes eine Variante von Genozid für die Zielländer.

Was machen wir in Europa, wenn bald nicht mehr Tausende von Afrikanern zu uns drängen, sondern Millionen Menschen sich auf den Weg machen? Militär schicken oder Waffen einsetzen wird ihnen kaum Einhalt gebieten, denn in deren Heimatländern gibt es keine Hoffnung mehr auf ein menschenwürdiges Leben.

Es ist unbegreiflich, dass die Europäer bisher fast ausschließlich versuchen, entweder die Symptome des Problems zu behandeln durch Zäune und konsequente Grenzabschottung. Oder: Wie können wir alle Menschen, die zu uns kommen, am besten integrieren?
Es gilt aber nur die wirksame Möglichkeit die Ursachen der unermesslichen Menschenflucht vor Ort zu begreifen, um ihr – also in der Herkunftsländern selbst -angemessen zu begegnen.
Die Ursachen für die Perspektivlosigkeit sind praktisch die gleichen Miseren in den afrikanischen Herkunftsländern. Die nüchterne Diagnose lautet defizitärer Staatlichkeit, wirtschaftliche Ungleichheit zwischen einer kleinen Elite und den großen Massen der Bevölkerung. Dazu kommen soziale Auflösungstendenzen überlieferter sozialer Bindungen und kulturelle Perspektivlosigkeit der aus diesen Bindungen herausgerissenen Menschen in den Elendsvierteln der wuchernden Städte und in den riesigen Lagern binnen-afrikanischer Flüchtlinge.
Dabei ist Afrika ein reicher Kontinent. Trotz des riesigen Vorhandenseins an weltweit nachgefragten Bodenschätzen wie zum Beispiel Rohöl, Gold, Diamanten, Uran, Kobalt oder Coltan sind vorsichtigen Schätzungen zufolge in den vergangenen 60 Jahren rund 2000 Milliarden US-Dollar als „Entwicklungshilfe“ nach Afrika geflossen. Allerdings größtenteils in die falschen Taschen. All dies scheint nach einer Logik des Misslingens abzulaufen. Welche Faktoren für diese Entwicklung in welchem Maße verantwortlich sind, darüber gibt es ganze Lesesäle von gelehrten und nicht so gelehrten Studien über die Probleme Afrikas.
Eine Nachfrage bei den Parlamentariern, ob sie auch nur eine Studie darüber kennen würden, wäre sicher sehr desillusionierend.

Europa muss endlich seine Afrika-Politik der vergangenen vierzig Jahre grundsätzlich neu überdenken. Die sogenannte Realpolitik muss ein Ende finden. Auch wenn es grundsätzlich zu einem gewissen Grad legitim ist, geben vor allem Wirtschaftsinteressen den Weg der Politik vor. Aber Wirtschaftsinteressen dürfen nicht die alleinige Maxime der Politik sein, vor allem nicht, wenn dies ein Anbiedern an skrupellose Diktatoren bedeutet, die auf begehrten Ressourcen und Bodenschätzen sitzen.

Auf Dauer muss dieses europäische Wirtschaftsprinzip in Afrika fatale Konsequenzen haben: „Du kannst der größte Gauner oder brutalste Schlächter auf Gottes Erden sein, aber solange du an der Macht bist, kommen wir europäischen Demokraten und stützen dich, wenn du uns dein Platin, dein Gold, dein Öl und dein Coltan überlässt.“

Europa darf bei seiner Afrika-Politik wegen kurzfristiger wirtschaftlicher Vorteile die eigenen Wertmaßstäbe nicht länger verkaufen und verraten. Europa hat in den Augen vieler Afrikaner bereits ein Glaubwürdigkeitsdefizit. Um in Afrika glaubwürdig zu bleiben, müssen die europäischen Staaten auf allen Kanälen, politischen wie wirtschaftlichen, versuchen, auf die afrikanischen Diktatoren einzuwirken.

Zusammen mit den UN-Gremien muss es ihr Ziel sein, dass in Afrika zumindest gewisse Grundstandards im Zusammenleben von Menschen eingehalten werden und dass Rechtsstaatlichkeit die conditio sine qua non für eine Kooperation wird. Europa sollte sich diese jungen Afrikaner nicht zu Feinden machen. Diese junge Generation wird es Europa nicht verzeihen, wenn es weiter Diktatoren und Menschenschinder auf dem afrikanischen Kontinent unterstützt und ihnen damit ihre eigentliche Heimat nimmt.

Es ist gemeinsame unabdingbar die 28 (27) Länder der Europäischen Union auf eine gemeinsame Afrika-Politik einzuschwören!

Wenn Deutschland heute sagt, mit diesem oder jenem Diktator werden wir die Beziehungen abbrechen, reiben sich sofort Franzosen, Italiener oder andere die Hände und witterten verlockende Renditen. Das gilt übrigens auch umgekehrt.

Die afrikanischen Potentaten wissen das und spielen die Europäer gegeneinander aus nach der Devise: „Wenn du uns die Entwicklungsgelder streichst, weil wir gewisse Menschenrechte nicht beachten, bekomme ich sie eben von einem anderen europäischen Staat.“ Dieses Spielchen der afrikanischen Potentaten hat sich schon zur Zeit des Kalten Krieges bewährt. Inzwischen ist ein neuer Globalplayer zusätzlich aufgetaucht. Daher ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass die Chinesen in jede Lücke springen werden, die der Westen lässt. Dennoch gilt uneingeschränkt, dass eine europäische Afrika-Politik, die europäische Grundwerte außer Acht lässt, zum Scheitern verurteilt ist.

In der nächsten Folge (4) beleuchten wir die Möglichkeiten, die Europa noch hat, um die Katastrophe für Afrika und Europa kurz vor Zwölf noch zu verhindern.

 

Visit Us On TwitterVisit Us On Facebook